Dienst an der Waffe: Ist es das we(h)rt?

Ein Rechercheprojekt von Studierenden im Fach Onlinejournalismus
an der Hochschule Darmstadt

Von Lena Barozzi, Michael Blum, Fatma Betül Celik-Demirci, Emil Dröll, Julian Held, Leonie Hnizdo, Lucy Medert, Arved Mittelstädt, Lisa Rupprecht und Sarah Wagner-Borst

Wer dieser Tage volljährig wird, hat nicht nur Post von Freunden und Verwandten im Briefkasten. Sondern auch von der Bundeswehr. Die Bundesregierung hat den Wehrdienst reformiert. Zwar bleibt der Dienst an der Waffe zunächst freiwillig. Doch nach Auffassung der Bundesregierung braucht es fortan ein wenig Zwang, damit die Streitkräfte rasch wachsen können.

Teil der Geburtstagsgrüße zum Achtzehnten ist ein Fragebogen, in dem junge Menschen nicht nur Angaben über Gesundheit und Bildung machen soll. Sondern auch aufgefordert sind, sich zu erklären: Wehrdienst bei der Truppe, wäre das was? Und da endet die Freiwilligkeit auch schon: Männer müssen die Fragen beantworten, Frauen können es tun. Mit einem Mal stellen sich jungen Menschen viele Fragen, die kaum in einen Fragebogen passen dürften. Wehrdienst, will ich das, kann ich das, bringt das was?

Es ist wichtig, dass über den neuen Wehrdienst gesprochen wird. Darüber, was es heißt, in einer Kaserne zu leben. Seine Lebenspläne aufzuschieben. Dienst an der Waffe zu leisten. Ob es gerecht ist, dass es beim Wehrdienst einen Unterschied gibt zwischen Männern und Frauen. Zu fragen, ob mit der Reform des Dienstes alte Formen der Autorität zurückkommen. Zu informieren, was genau die Wehrdienstreform regelt.

Ex-Soldat, Schützenverein, Ego-Shooter

Wir, die Studierenden des Wahlpflichtmoduls „Politikjournalismus“ (Dozent: Dr. Kim Björn Becker) im Fach Onlinejournalismus an der Hochschule Darmstadt im Wintersemester 2025/2026, haben nach unterschiedlichen journalistischen Zugängen zu einem der wichtigsten politischen Themen dieser Zeit gesucht. Gefunden haben wir einen früheren Soldaten, der überraschend viel aus seiner Zeit in der Kaserne mitgenommen hat. Die Mitglieder eines Schützenvereins in Nordbayern, die mit Bundeswehrvergleichen so gar nichts anfangen können und dafür gute Argumente haben. Zwei Airsoft-Spieler, die erklären, warum sie sich missverstanden fühlen, wenn es heißt, sie wollten doch nur Krieg spielen. Und viele mehr.

Mit den unten gesammelten Texten, einem Podcast und Social-Media-Posts beantworten wir die wichtigsten Fragen, öffnen den Lesern Perspektiven, bilden uns Meinungen und hören in uns hinein. Der Wehrdienst war nie weg, doch nun kommt er mit mehr Verbindlichkeit zurück. Und nicht nur die jungen Erwachsenen, die dieser Tage Post von der Truppe bekommen, fragen sich: Dienst an der Waffe, ist es das we(h)rt?